Friedrich Provasnicek

Hilfsarbeiter. Widerstandskämpfer. Hingerichtet.

* 1922    † 1944

 

Lebenslauf

Friedrich Provasnicek wurde am 5.11.1922 in Maria Lanzendorf (Niederösterreich) geboren. Er war Hilfsarbeiter in Himberg.

Führender Funktionär des kommunistischen Jugendverbandes

Friedrich Provasnicek war führender Funktionär des kommunistischen Jugendverbandes im Gebiet Himberg.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 14. 6. 1942 wurde Friedrich Provasnicek verhaftet und am 5. 10. 1943 gemeinsam mit Rudolf Herynek, Karl Budin und Leopold Hadaček (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 7.6.1944 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus der Anklageschrift vom 24. 7. 1943

„Im Herbst 1939 beschloss der Angeschuldigte Friedrich Provasnicek mit seinem Freunde Steindl, eine KJV-Gruppe im Gebiet Himberg zu gründen. Er trat daher mit dem ihm von früher her als Marxisten bekannten, in Himberg ansässigen Jarolin Tesar (…) in Verbindung. (…) Im Juni 1940 wurde Provasnicek durch Tesar mit Mitgliedern des KJV-Ebergassing, der einen Anschluss an die KJV-Gruppen in Maria-Lanzendorf, Schwechat und Hennersdorf suchte, bekannt gemacht. Mit diesen, darunter Wladimir Kubak, hatte er mehrere Zusammenkünfte, wobei er sie von dem Bestehen von KJV-Gruppen in Maria Lanzendorf, Schwechat und Hennersdorf und von seiner Verbindung nach Wien in Kenntnis setzte.“

Gedenkort - Straflandesgericht Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichts findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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